TRADITIONEN

TRADITIONEN

30. November; Fest des Heiligen Andreas (San Andrés). Am Vorabend werden die Weinkellereien geöffnet und die ganze Insel gerät in eine heitere Feststimmung. Der heilige Andreas war der Bruder des heiligen Petrus, Apostel und Fischer, allerdings ist nicht bekannt, dass er in irgendeiner Weise mit Wein oder der Rebe in Verbindung steht. Vielleicht liegt es daran, dass das Fest mit der Vorbereitung eines Wunders zusammenfällt, das sich in den Weinkellern ereignet und nichts mit den heiligen Schriften zu tun hat.

Die große Nacht des Weins, eine magische Nacht. Und das war immer schon so. Am San-Andrés-Abend werden die Weinkeller geöffnet, die Karren nach volkstümlicher Tradition gezogen, und der neue Wein verkostet. Zurück bleibt die Mühe eines jeden Tages, der Schweiß der Arbeit und das Können eines jeden von uns. Gegrillte Sardinen, geröstete Kastanien, Fiesta-Fleisch und Matalauva-Brot sind die untrennbaren Begleiter dieser großartigen Nacht.

Am Vorabend des Andreastages findet in Icod de los Vinos und La Guancha das so genannte Brettrutschen statt, eine uralte Tradition, die einigen Chronisten zufolge auf die Verwendung der alten „corsas“ oder Bretter zurückreicht, auf denen der Wein im 16. transportiert wurden. Die Jugendlichen „brettern“ wortwörtlich auf individuellen oder kollektiven Teebaum-Brettern, die zuvor mit Talg eingefettet werden, die steilsten Straßen der Stadt hinunter. Um zu manövrieren, den Unebenheiten des holprigen Kopfsteinpflaster, den Kurven und Mauern auszuweichen, die Geschwindigkeit zu kontrollieren und zu bremsen, benutzten sie ursprünglich Holzpaddel, die der Fahrer des Brettes trug. Heutzutage erfolgt die Bremsung durch Aufprall auf Autoreifen entlang der Strecke.

Am selben Abend wird in Puerto de la Cruz und anderen Ortschaften des Orotavatals alle Art von Schrott durch die Straßen gezerrt, eine Tradition, die an das Geräusch der Fässer und Tonnen erinnert, die auf dem Weg zum Hafen über die Steinstraßen rollten. Zusammengebundene leere Dosen, alte Metallgegenstände und andere werden in dieser Nacht durch die Straßen und über die Plätze geschleift. Und es sind die Erwachsenen und Jugendlichen, ja sogar die Alten und Kinder, im Glauben, sie hätten den Lärm an diesem Abend erfunden.

Alles zu Ehren des Heiligen Andreas und des neuen Weines, der in dieser Nacht in den Weinkellern fließt.

Eine Bearbeitung des Textes „Se abren las bodegas“. Alemán de Armas, G.